Brauche ich interkulturelle Kompetenz?

interkulturelle Kompetenz

Mein  heutiger Artikel gibt  einen Startschuss für mehr interkulturelle Kompetenz. Welche drei Typen sind  mir begegnet .  Sie erfahren etwas über unterschiedliche Sichtweisen zu dieser „neuen“ und wichtigen Kompetenz. Sie erhalten vier Empfehlungen an die Hand.

 

Wozu brauche ich interkulturelle Kompetenz?

In meinem Arbeitstag begegnen mir Menschen aus aller Welt. Und vorab: Interkulturelles angemessenes Verhalten betrifft nicht nur die Deutschen, sondern  alle anderen Nationalitäten auch.

Besonders  zukünftig sollten wir lernen, wie wir miteinander leben wollen.

Mittlerweile brauchen wir  uns nichts vor machen.  Wenn viele fremde Kulturen aufeinander treffen,  knallt es auch mal.

Ähnlich wie in einer Beziehung,  prallen unterschiedliche Sichtweisen aufeinander, wie beim Aufräumen des Zimmers, beim Umgang mit den Kindern und bei weiteren unzähligen Kleinigkeiten.

Genau das Ungesagte muss  erst einmal besprochen werden. Reden, zuhören und besprechen, wie wir damit umgehen.

Dabei gibt es drei Möglichkeiten
  • Entweder wir  stimmen der anderen Auffassung zu oder
  • sie wird abgelehnt
  • oder wir  finden  gemeinsam etwas Drittes.

Jetzt sind wir schon direkt im Leben, im interkulturellen Zusammenleben. Es geht nicht darum, den Menschen wegen ihrer abweichenden Meinung zu verachten.

Vielmehr sollten wir andere Meinungen erst einmal anhören. Gelegentlich  vorher  zu  verurteilen führt auf falsche Wege. Trotz Unterschiede  Gemeinsamkeiten zu entdecken, darum geht es. Deswegen Zeit nehmen um zu besprechen und auszuhandeln und sich zu einigen.

Derartige  Chancen lassen wir meist ungenutzt liegen. Oftmals  haben wir  Angst  oder sind  mit Vorurteilen angefüllt.  Ähnlich  einen verstopften Abfluss bei einem  überfüllten  Waschbecken. Da hilft nur Abfluss reinigen.

Unterschiedliche Auffassungen zur interkulturellen Kompetenz

Bei meiner täglichen Arbeit, nach Vorträgen oder während Seminaren,erlebe ich Menschen mit verschiedenen Auffassungen. Drei Meinungen konnte ich herausfiltern.

Ganz einfach:  Einige sind dagegen, Andere wiederum dafür und welche einfach dazwischen. Konkret äußert sich das so:

Contra-Typ: Wozu brauche ich es, das kommt von alleine? Wer hat sich nur so einen Schwachsinn ausgedacht? Was soll ich denn noch alles lernen?

 Dazwischen-Typ: All Diejenigen in der Mitte sagen: Das kenne ich schon, das ist mir nicht unbekannt oder ich komme auch so über die Runden.

Pro-Typ: Wie muss ich mich denn jetzt verhalten?Habe ich etwas falsch gemacht, die Menschen reagieren nicht so, wie ich mir es vorstelle?Woher bekomme ich mehr Wissen?

Was versteckt sich hinter den Typen

Bei den Contra-Typen konnte ich erkennen, dass die wenigsten von ihnen überhaupt Kontakt zu Menschen aus anderen Kulturen haben. Demzufolge finden sie es unsinnig, bedeutungslos oder übertrieben, sich damit zu befassen. Ja, es kostet Zeit und wofür? Die Auffassung kann ich gut verstehen, denn wer beschäftigt sich schon gern mit Briefmarken-Sammlungen, wenn er keinen Bezug dazu hat? Also für alle diejenigen, die bezuglos sind: Ihr braucht hier nicht mehr weiterzulesen.

Die Dazwischen-Typen sollten sich weiter beobachten und werden in der gegenwärtigen Entwicklung schnell an eigene Grenzen kommen. Sie haben die Chance, sich den Pro-Typen anzuschließen.

Für die Pro-Typen kann ich nur sagen, herzlichen Glückwunsch. Sie erkennen die richtige Richtung, Sie haben einen konkreten Bezug oder Anlass, und besitzen entsprechende Motivation und Interesse, sich mit fremden Verhalten auseinanderzusetzen. Letztendlich ist es wichtig, den anderen zu verstehen und sich selbst verständlich zu machen.

Jeder Mensch wächst in einem Land mit kulturellen Werten und Normen auf

Und genau die Pro-Typen wissen: Jeder Mensch wächst in einem Land mit prägenden kulturellen Werten und Normen auf.  Wie eine Palme ein warmes und trockenes Klima benötigt, so braucht die Tanne Feuchtigkeit und Kühle. Ein Versuch, die Bäume an einen jeweiligen anderen Standort zu verpflanzen, führt schnell zu braunen Blättern oder trockenen Tannennadeln. Wir wissen,  diese werden abfallen und austrocknen oder verrotten. Die Bäume sterben ab.

Wechseln Menschen ihre Standorte, so besteht die Chance sich zu entwickeln. Ein Gedeihen ist möglich.  Im Vergleich zu den Bäumen, die aus verschiedenen Kulturen entstammen, können sich Menschen wahrnehmen, fühlen sowie die jeweilige Situation erfassen und begreifen.

Eigene Erfahrungen werden einbezogen und wir lernen dazu. Das führt zu neuen Einsichten und spannenden Ausrichtungen. Dafür sind  entsprechendes Wissen, Handlungen und Haltungen erforderlich. Wir sollten bereit sein zu lernen, denn damit ist interkulturelle Kompetenz gemeint.

Interkulturelle Kompetenz bezeichnet eine menschliche Fähigkeit

Für diejenigen, die keine Lust haben, überall nachzuschauen, liefere ich die Definition

Menschen besitzen diese Kompetenz. Deshalb sollte es ihnen gelingen mit Menschen aus verschiedenen Kulturen und Orientierungen umzugehen   Es kommt darauf an sich gegenseitig zu achten und wertschätzen, um gemeinsam zu arbeiten oder zu leben.

„ Interkulturelle Situationen gilt es  zu erkennen und zu reflektieren, um damit klar zu kommen. Prof Bolten bezeichnet  „interkulturelle Kompetenz“ als  Voraussetzungen zur erfolgreichen Bewältigung interkultureller Überschneidungssituationen .

Vier Empfehlungen für mehr interkulturellen Kompetenz

Klar ist, Wissen kommt nicht von alleine angelaufen und sagt: „Nimm mich mit“. Mit mehr interkultureller Kompetenz können wir uns  besser verhalten und  fremdartigen  Situationen gut einschätzen und bewältigen.

 Vier Empfehlungen
  1. Selbst erleben durch  Reisen in fremde Länder. Abweichen  vom Pfad des touristischen Lebens hilft das fremdartige Leben zu erkunden. Vor allem das Alltagsleben in der unbekannten kulturellen Landschaft gibt uns Aufschlüsse und schafft eine andere Sichtweise. Klar wird Mut gebraucht, um  vertrauenswürdige Personen zu erkennen und natürlich Selbstvertrauen. Oftmals empfehlen die Reiseführer, nicht vom offiziellen Weg abzuweichen.
  1. Reflektieren nach selbst erleben. Die alltägliche Praxis, wie Arbeiten und Leben in einem Land mit einer anderen Sprache unterstützt. So können Menschen aus  anderen Kulturen direkt und persönlich gespürt werden. Erleben wir ungewohnte Situationen unseres eigenen Fremdheitsein. Fremde Worte und Hinweise schaffen Verwirrung.  Wo befindet sich der Bahnhof, wie heißt die Straße? Genau hier gilt es zu reflektieren.
  1. Selbst erkunden  Es geht auch ohne reisen. Das „Ausland“ befindet sich ganz in der Nähe. Vielleicht lebt eine ausländische Familie in Ihrer Nähe. Im Unternehmen arbeitet  ein Kollege aus dem Libanon. Gibt es den  kleinen vietnamesischen Gemüseladen nebenan? Erkunden wir den jordanischen Imbiss gleich um die Ecke! . Alle Bedenken einfach für einen Moment  über Bord  werfen: Lächeln, Ansprechen und Fragen stellen. Aufmerksam zuhören.  Sprechen wir über Tücken unserer eigenen Kultur. Dabei hilft ein gutes Gesprächsthema wie Feiertage  und Traditionen.
  1. Interkulturelle Training oder Coaching zu mehr interkulturellen Kompetenz helfen die Wurzeln unserer eigenen kulturellen Prägung zu erfahren.  Hier werden die Basics der kulturellen Unterschiede behandelt und Lösungen für interkulturelle Situationen oder einzelne Fälle gefunden.

FAZIT: Tatsächlich ist Interkulturelle Kompetenz nicht angeboren, sondern muss erlernt werden. In der Praxis beginnen bedeutet, den ersten Schritt zu machen.

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Brauche ich interkulturelle Kompetenz?

Beate Antonie Tröster

Als Kulturwissenschaftlerin und zertifizierte Interkulturelle Trainerin weiß ich, dass Kulturunterschiede Mauern errichten können und erkenne, wie das gegenseitige Verständnis dahinter oder davor verschwindet. Auf beiden Seiten herrschen merkwürdige Vorstellungen, unwirkliche Vermutungen, unerfüllbare Erwartungen und falsche Hoffnungen. Genau diese Steine räume ich mit Ihnen aus den Weg, reiße die Mauer ein, denn so entwickeln sich gegenseitiger Respekt, Toleranz und ungeahnte Gemeinsamkeiten, die Sie zu neuen Dimensionen führen..

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